Turnverein 1897 Roth e. V.

Unser Verein

Die Chronik des TV 1897 Roth e.V.

Das Vereinsleben in Roth ist erst im Jahre 1864 aufgekommen, denn da wurde der Gesangverein ins Leben gerufen. Im Jahre 1897 bildete sich der Turnverein und im Jahre 1911 der Sportverein Melitia Roth. Den Theaterverein gründete man in den Jahren 1927/29.

Der Turnverein Roth wurde am 1. August 1897 gegründet. Nach den noch vorliegenden Statuten mit Anhang war es damals gar nicht so leicht, Mitglied zu werden. Es herrschten strenge Sitten und Gebräuche. Unter anderem kann man in den Statuten lesen: "Der als aktiver Turner vorgeschlagene wird von dem Turnwart einer Riege zugeteilt und hat von da an den Turnplatz regelmäßig zu besuchen. Wer gegen die Aufnahme eines Vorgeschlagenen Einwendung zu machen hat, soll die Gründe unverweilt einem Vorstandsmitgliede mitteilen". "Bedingungen zur Aufnahme sind: a) unbescholtener Ruf, b) sittlicher Lebenswandel, c) anständiges Betragen und d) darf aus keiner Gesellschaft ausgestoßen sein. Der Zweck des Vereins ist: Kräftigung des Körpers und Geistes. Förderung des Gemeinsinns und insbesondere Pflege und Veredelung der Vaterlandsliebe".

Es waren damals 29 Mitglieder, die den Verein gründeten. Das Vereinsstatut wurde am 2. August 1903 von dem damaligen Bürgermeister Bechtold mit dem Dienstsiegel: Kön. Preuss.-Gemeinde Roth, Kreis Gelnhausen, genehmigt. Nach dem Namenverzeichnis von 1912 hatte der Verein 35 Mitglieder. Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: Heinrich Michelmann, 2. Vorsitzender: Friedrich Schmick, Kassierer: Wilhelm Köhler, Schriftführer: Wilhelm Erbe, 1. Turnwart: Adam Reiß, 2. Turnwart: Heinrich Schuchardt, Zeugwart: Friedrich Wagner.

Im Jahre 1912 wurde auf dem damaligen Turnplatz das 15-jährige Bestehen gefeiert. Das 25-jährige Jubiläum wurde am 17., 18. und 19. Juli 1922 in den Niedergarten abgehalten.

Geturnt wurde im Schulhof und auf dem Turnerplatz, da keine Halle oder Saal zur Verfügung standen. An der Dreschmaschinenhalle war ein kleiner Schuppen angebaut, in den die Turngeräte untergestellt wurden. 1929 wurde vom Turnverein ein Spielmannszug gegründet. Die Ausbildung hatte Karl Köhler, Wein- bergstraße, übernommen. Leider ist Karl Köhler, wie so viele Turnbrüder, nicht mehr aus dem Krieg heimgekehrt. In den 30-iger Jahren fanden einige Zusammenspiele mit den Spielleuten aus Eidengesäß auf dem Turnerplatz statt, die großen Anklang fanden.

Eines der größten Ereignisse für Roth war das Gauturnfest, das 1931 vom Verein im Wiesengrund mit einem großen Aufgebot von Turnern durchgeführt wurde. Die teilnehmenden Turner waren bei Familien zum Mittagessen eingeladen. Nach der Machtübernahme im Jahr 1933 wurde der Turnverein und Spielmannszug verboten. Alle Turngeräte und Musikinstrumente sind beschlagnahmt worden. Das gesamte Vereinsleben lag lahm. Nach dem Krieg, im Jahr 1945, wurde der Turnverein dem Sportverein "Melitia 1911" angegliedert. Dieser Zusammenschluss sollte jedoch nicht von großer Dauer sein. Von einigen Aktiven wurde das eigenständige, rein turnerische Vereinsleben wieder angestrebt. Da die meisten der damaligen Turner aus dem Krieg leider nicht mehr zurückkehrten, musste ganz von Neuem angefangen werden. Ein neuer Stamm von Kindern und Jugendlichen wurde in mühevoller Kleinarbeit wieder aufgebaut. Am 27. Juli 1955 wurde auf die Initiative des Turnbruders Jakob Kling eine Versammlung in den Saalbau "Zum Kinzigtal" einberufen, mit dem Ziel, wieder ein eigenständiger Verein zu werden.

Es kamen damals 32 Turnbrüder und Turnschwestern zusammen, die den Turnverein wieder als selbstständigen Verein ins Leben riefen. Heinrich Kling, Rathausstraße sowie Willi Bechtold, gelang es, weitere Jugendliche heranzuziehen und mit diesen im Saalbau "Zum Kinzigtal" zu turnen. Der Familie Arnold- Köhler sei hier nochmals für die freundliche Unterstützung Dank gesagt, denn nur durch die Überlassung des Saalbaues für die Übungsstunden konnte sich der Verein wieder festigen und weiter entwickeln. Am 28. September 1955 fand die Wiedergründungsfeier im Saalbau "Zum Kinzigtal" statt. Turnerische Vorführungen des TV Roth und von Gästen des TV Hailer fanden bei gutem Besuch großen Anklang.

Im Jahr 1967 wurde das Gau- kinderturnfest dem TV Roth übertragen. Über 1500 Kinder und Jugendliche waren gekommen. Für Roth wieder ein großes Ereignis. Verpflegt wurden die Teilnehmer auf dem Festplatz aus der Feldküche. Im Jubiläumsjahr 1972, anlässlich des 75-jährigen Bestehens, übernahm der TV Roth die Ausrichtung des Gauturnfestes, das vom 8. bis 10. Juli 1972 auf dem Festplatz im Wiesengrund stattfand. Das anschließende Bergturnfest im Herbst am und im Schwimmbadgelände, welches heute schon zur Tradition geworden ist, fand bei den teilnehmenden Vereinen großen Anklang. Nach Abschluss der Wettkämpfe saß man dann in gemütlicher Runde am Lagerfeuer, wo für gutes Essen und Getränke immer bestens gesorgt war. Durch den Bau des Waldschwimmbades mit einer Sportan-lage wurde der TV Roth in der Leichtathletik sehr aktiv, sodass immer bessere Leistungen erbracht werden konnten. Die Ausbildung ist von Willi Bechtold wahrgenommen worden. Leider sind viele aktive Sportler im Laufe der Jahre zu anderen Vereinen beziehungsweise anderen Sportarten abgewandert. In Eigenhilfe wurde eine Gerätehalle mit Unterstellraum im Waldschwimmbad erstellt.

Nach Fertigstellung der "Kinzighalle" konnte sich der Turnverein weiter entwickeln und ist heute der größte Verein in Roth. Dank der Initiative des ehemaligen Vorsitzenden Georg Bechtold wurde das Vereinsheim "Kinzigtal" in der Neuen Weinbergstraße die neue Heimat des TV Roth. Auf der Jahreshauptversammlung 2010 wurde schließlich Eberhard Koch zum neuen (und aktuellen) 1. Vorsitzenden gewählt.